So prüfen Sie, ob Ihre Rückflussverhinderung richtig funktioniert

So prüfen Sie, ob Ihre Rückflussverhinderung richtig funktioniert

Eine Rückflussverhinderung ist ein kleines, aber entscheidendes Bauteil Ihrer Trinkwasserinstallation. Sie sorgt dafür, dass kein verunreinigtes Wasser aus Ihrer Hausinstallation in das öffentliche Wassernetz zurückfließt – und schützt so die Trinkwasserqualität für Sie und andere. Doch wie jedes technische Teil kann auch sie mit der Zeit verschleißen oder durch Kalk und Schmutz beeinträchtigt werden. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob sie noch einwandfrei funktioniert. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei richtig vorgehen.
Was ist eine Rückflussverhinderung?
Eine Rückflussverhinderung – auch Rückflussverhinderer, Rückschlagventil oder Backflow Preventer genannt – sorgt dafür, dass Wasser nur in eine Richtung fließt: hinein in Ihre Installation, aber nicht zurück in das Versorgungsnetz. Sie befindet sich meist hinter dem Wasserzähler oder an Stellen, an denen ein Rückflussrisiko besteht, etwa bei Gartenwasserhähnen, Heizungsanlagen, Regenwassernutzungsanlagen oder industriellen Geräten.
Wenn die Rückflussverhinderung nicht richtig arbeitet, kann verunreinigtes Wasser – zum Beispiel aus einem Gartenschlauch oder Heizsystem – in die Trinkwasserleitung zurückgesaugt werden. Das kann passieren, wenn im Versorgungsnetz ein Unterdruck entsteht, etwa durch einen Rohrbruch oder Wartungsarbeiten.
Warum ist die Prüfung so wichtig?
Auch wenn die Rückflussverhinderung ein passives Bauteil ist, kann sie durch Kalkablagerungen, Schmutz oder verschlissene Dichtungen ihre Funktion verlieren. Eine defekte Sicherung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Ihr eigenes oder das Trinkwasser anderer Haushalte verunreinigt wird.
Regelmäßige Prüfungen und Wartungen sind daher nicht nur empfehlenswert, sondern in vielen Fällen vorgeschrieben. Nach der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und den technischen Regeln des DVGW (z. B. DIN EN 1717, DIN 1988) müssen bestimmte Sicherungseinrichtungen regelmäßig von einem Fachbetrieb überprüft werden – insbesondere bei Anlagen mit erhöhtem Risiko, wie Heizungs-, Regenwasser- oder Sprinkleranlagen.
So testen Sie Ihre Rückflussverhinderung
Je nach Typ unterscheidet sich die Prüfmethode. Für die gängigen Modelle in Einfamilienhäusern können Sie sich an folgende Schritte halten:
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Rückflussverhinderung lokalisieren Sie befindet sich meist direkt hinter dem Wasserzähler oder an der Anschlussstelle einer Anlage. Das Bauteil besteht häufig aus Messing oder Kunststoff und ist mit einem Pfeil versehen, der die Flussrichtung des Wassers anzeigt.
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Wasserzufuhr abstellen Schließen Sie vor der Prüfung den Hauptwasserhahn. So verhindern Sie unkontrollierten Wasseraustritt und können die Funktion besser beurteilen.
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Sichtprüfung durchführen Kontrollieren Sie das Ventil auf Korrosion, Kalkablagerungen oder Undichtigkeiten. Tropfstellen oder Feuchtigkeit deuten darauf hin, dass die Dichtung nicht mehr richtig schließt.
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Funktion prüfen Bei einfachen Rückschlagventilen können Sie vorsichtig prüfen, ob sich Luft oder Wasser in beide Richtungen bewegen lässt. Wenn das der Fall ist, ist das Ventil defekt. Bei komplexeren Sicherungen (z. B. Typ BA) ist eine Prüfung mit Messgerät erforderlich – diese darf nur ein zugelassener Installateur durchführen.
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Auf Geräusche achten Wenn Sie die Wasserzufuhr wieder öffnen, sollte kein dauerhaftes Rauschen oder Klopfen zu hören sein. Solche Geräusche können auf eine beschädigte Feder oder Dichtung hinweisen.
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Fachgerechte Prüfung beauftragen Für Sicherungen höherer Schutzklassen (z. B. BA-Sicherung) ist eine jährliche Prüfung durch einen zertifizierten Fachbetrieb vorgeschrieben. Der Installateur misst dabei den Differenzdruck und dokumentiert das Ergebnis.
Wann sollte die Rückflussverhinderung ausgetauscht werden?
Die Lebensdauer hängt von der Wasserqualität und der Nutzung ab, liegt aber meist zwischen 5 und 10 Jahren. Wenn Sie feststellen, dass der Wasserdruck schwankt, das Ventil undicht ist oder sich Kalkablagerungen nicht mehr entfernen lassen, sollte es ersetzt werden.
Der Austausch ist in der Regel unkompliziert und dauert für einen Fachinstallateur weniger als eine Stunde. Die Kosten sind gering im Vergleich zu den möglichen Folgen einer Verunreinigung.
Tipps zur Pflege und Wartung
- Kalkablagerungen vermeiden: In Regionen mit hartem Wasser lohnt sich eine regelmäßige Entkalkung oder der Einbau eines Wasserenthärters.
- Frostschutz beachten: Sitzt das Ventil im Außenbereich, muss es gegen Frost geschützt werden, da gefrierendes Wasser die Feder beschädigen kann.
- Regelmäßige Kontrolle: Lassen Sie die Rückflussverhinderung im Rahmen der jährlichen Wartung Ihrer Heizungs- oder Wasseranlage mitprüfen.
- Dokumentation führen: Notieren Sie Prüf- und Austauschtermine. Bei gewerblichen oder besonderen Anlagen kann dies von der Behörde oder dem Wasserversorger verlangt werden.
Kleine Kontrolle – große Wirkung
Die Überprüfung Ihrer Rückflussverhinderung dauert nur wenige Minuten, kann aber entscheidend sein, um die Trinkwasserqualität zu sichern. Eine funktionierende Sicherung schützt nicht nur Ihre eigene Installation, sondern auch das öffentliche Netz.
Wenn Sie das nächste Mal Ihren Wasserzähler kontrollieren oder einen Installateur im Haus haben, lassen Sie die Rückflussverhinderung gleich mit überprüfen. Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung – für sauberes und sicheres Trinkwasser.










